Genauer hingeschaut

Hier sollen von Zeit zu Zeit Themen genauer hinterfragt und behandelt werden. Ein Feedback ist herzliche willkommen.

Das Grundeinkommen als Existenzgrundlage für jeden kommt ist endlich in der gesellschaftlichen Debatte angekommen. In Finnland wird es bereits mit bislang positiven Ergebnissen erprobt, in Schleswig-Holstein vielleicht auch bald. Selbst die FDP hat inzwischen erkannt, dass die Digitalisierung unsere Gesellschaft ändern wird, genauso wie die Industrie 4.0 in weiten Bereichen unsere Arbeitswelt ändern wird. Die Chancen stehen gut, dass wir in Zukunft durch Abgabe der Arbeit an Roboter mehr Zeit haben – Zeit ökologisch sinnvoll Nahrungsmittel anzubauen, Zeit für Soziales, für Bildung, Kultur und Ehrenamt. Man könnte frei entscheiden. Mit 40 den Beruf niederlegen und sich umorientieren. Mit 20 reisen und mit 70 sich noch einmal sozial engagieren.

Mit Sicherheit gibt es auch Menschen, welche sich der Arbeitswelt entziehen wollen werden – bestimmt – doch die gibt es auch heute schon. Die Mehrheit der Bevölkerung ist bestrebt am gesellschaftlichen Tun teilzuhaben, freut sich, sich einzubringen und gebraucht zu werden.

Ein jedes Grundeinkommen muss dabei aus den Steuern finanziert werden, welche die Volkswirtschaft aufbringt. Bei der Gestaltung der Höhe eines Grundeinkommens darf also die Arbeitswelt nicht außer Acht bleiben. Insbesondere derzeit eher schlechter bezahlten Jobs sollten dabei durch diese zusätzlichen finanziellen Mittel wieder mehr Anreiz geboten werden. Gleichzeitig muss das Grundeinkommen in seiner Höhe existenzsichernd gestaltet sein. „Als neue universale Mindestsicherung ersetzt das Grundeinkommen die Sozialhilfe, in Deutschland das Arbeitslosengeld II, die Ausbildungsförderung, das Kindergeld und die Steuerbefreiung des Existenzminimums in der Einkommensteuer. Es ersetzt auch Rente und Arbeitslosengeld, dies jedoch nur in der Höhe des Grundeinkommens1)https://www.grundeinkommen.de/19/02/2009/finanzierung-des-bedingungslosen-grundeinkommens.html, wobei selbstverständlich auch weitere soziale staatliche Ausgaben etwa für Bafög oder Wohngeld wegfallen würden.

Gleichzeitig entfällt die Arbeit das mehrere tausend Seiten umfassende Sozialgesetzbuch in Teil II und XII zu schreiben, zu pflegen, zu interpretieren, es auszulegen etc. Eine Statistik über die volkswirtschaftlichen Kosten des SGB habe ich leider nicht finden können. Die Einführung eines Grundeinkommens würde enorme Änderungen für unsere Gesellschaft bedeuten. Tausende Arbeitsplätze wären plötzlich mehr oder weniger überflüssig. Volkswirtschaftlich gesehen könnten diese Personen sich nun neuen Bereichen widmen, oder schlicht und einfach eine geringere Durchschnittsarbeitszeit angesetzt werden. Ein Engagement im Ehrenamt, oder das bewusste Leben und Gestalten von Kultur sind weitere Möglichkeiten.

Das Grundeinkommen verlangt einen ganzheitlichen Blick auf unsere Ökonomie und Ökologie. Kommen wird es, bei weiterhin stabilen gesellschaftlichen Verhältnissen und technischer Entwicklung, ohnehin.

Quellen:   [ + ]

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